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Artid Eu Projekt

Identität und Differenz - künstlerisch-kreative Übungen als didaktische Unterstützung in der Erwachsenenbildung

Das ARTID Projekt

ARTID. Identity and Difference: Creative Artistic Exercises as Didactic Support in Adult Education

Das Projekt ARTID ist ein transnationales Projekt der Erwachsenenbildung auf EU Ebene, das die Potentiale kunstpraktischer Aktivitäten für die Erwachsenenbildung herauszuarbeiten und zu erschließen versucht. Beteiligte PartnerInnen sind Erwachsenenbildungsstätten in Deutschland, Irland, Litauen, Italien und Österreich.

Die Erträge sollen letztlich Einrichtungen und PraktikerInnen der Erwachsenenbildung, aber auch KünstlerInnen zu Gute kommen, die mit ihrer Kunst in der Erwachsenenbildung tätig sein wollen.

Das Programm

Fünf Erwachsenenbildungseinrichtungen in Europa haben ein gemeinsames Thema entwickelt, zu welchem sie im Rahmen des Projekts für unterschiedliche Zielgruppen   Workshops mit künstlerischen Mitteln entwickelt und erprobt haben. Das Thema lautet „Identität und Differenz“ und soll die TeilnehmerInnen des jeweiligen Workshop befähigen, mit Verschiedenartigkeit und Fremdheit produktiv umzugehen, d.h. sie zum Anlass für integrierte Problemlösungen zu nehmen.

Die fünf PartnerInnen haben dieses Rahmenthema in verschiedenartigen Ausgangssituationen mit unterschiedlichen Zielgruppen angewandt: In Deutschland geht es um das Zusammenleben und – arbeiten mit MigrantInnen, in Litauen um die Integration von Randgruppen, insbesondere von Menschen mit Behinderung, in Italien um die Verständigung der verschiedenen Sprachgruppen, in Nordirland um die Überwindung des Konflikts zwischen ProtestantInnen und KatholikInnen, und in Österreich um die Verständigung zwischen den Generationen.

ARTID Österreich

Die Veranstaltungen des ARTID Partners Österreich (Akademie für Anthroposophische Erwachsenenbildung) richten sich an Menschen unterschiedlicher Generationen, die sich für Ihr Berufsleben mit künstlerischen Schaffensprozessen und deren Auswirkungen auf Gesundheit, interkulturelle und Generationen übergreifende Verständigung und mit diesen  Themenbereichen in Zusammenhang stehenden Lernbegriffen und Methoden auseinandersetzen wollen. Angesprochen sind BetreuerInnen verschiedenster Einrichtungen, PädagogInnen und WissenschafterInnen aus je allen Altersgruppen.

Methodischer Ansatz

Zu malen, zu musizieren, Theater zu spielen oder zu tanzen ist im Prinzip ein Training für die interkulturelle Haltung.

Entscheidend dabei ist, dass es sich hierbei nicht nur um Betrachtung und Theorie handelt, sondern um die Prinzipien des kulturellen Schöpfungsprozesses und inwieweit die dafür grundlegenden Verhältnisse von Identität und Differenz handelnd vollzogen, und über das kognitive Erfassen hinaus auch erlebt werden.

Folgt man der Theorie des Handlungslernens, dann bilden sich Kompetenzen dadurch, dass die Lernenden in Handlungssituationen geraten, in denen genau diese Kompetenzen von ihnen gefordert werden und sie diese Kompetenzen ausbilden bzw. entwickeln, indem sie sie bereits „brauchen“. Dafür sind geschützte, modellhafte Handlungssituationen nötig, die die gewünschten Forderungen an geeigneten Aufgaben abbilden und in denen die handelnd Lernenden – abseits bzw. im Vorfeld – die gewünschten Kompetenzen entwickeln kann. Künstlerisch-praktische Handlungssituationen bieten am „Modell“ der künstlerischen Aufgabe genau solche Übungsmöglichkeiten für das Entwickeln der interkulturellen Haltung.

Schöpferisches Handeln

Hinzu kommt: Im künstlerischen Prozess vollziehen Übende den kreativen Akt, der sowohl ihrem Bild oder Musikstück oder Theaterspiel als auch den sozialen „Konstruktionen“ der Kulturen zugrunde liegt. Sie werden selbst zu SchöpferInnen eines kulturellen Gegenstandes und kommen dabei in Berührung mit jenen kreativen Kräften, die auch hinter den kulturellen Bildungen stehen.

Es gibt auch künstlerische Arbeitsformen in der Gruppe, in denen der Prozess der sozialen Konstruktion, also das gemeinsame Hervorbringen eines Werkes mit seinen besonderen Gesetzen, Grenzen und Problemen, sehr gut am eigenen Leib erlebt und erfahren werden kann.

Auf diese Weise kommen TeilnehmerInnen in direkten Kontakt mit den kulturschöpferischen Prozessen, erleben ihre Kraft und ihre Klippen und verstehen durch das eigene Erleben, wie ein solcher Prozess vor sich geht und wohin er führen kann. Es wird begreifbar, dass es sich bei der „sozialen Konstruktion“ eigentlich um „soziale Gestaltung“ handelt und dass auch im kulturellen Prozess überall Gestaltungskräfte am Werk sind.

Kernzone 100 steht innerhalb des Artid Projekts 2010 für Organisation und Kommunikation.

Die Akademie Anthroprosophische Erwachsenenbildung und Kernzone 100 planen eine weiterführende Zusammenarbeit im Bereich Erwachsenenbildung.

Das Booklet zum Projekt ist erschienen: http://www.art-in-adult-education.net/ Siehe Publikationen!

http://www.akademie-ae.at/