- eine Annäherung an Schönheitsvorstellungen und Schönheitshandeln unter Jugendlichen.
In Planung: Transdisziplinäres Forschungsprojekt, welches - aus geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen herrührende - Schönheitsvorstellungen und Schönheitspraktiken unter Jugendlichen mit ethnografischen - und Methoden aus der Theaterarbeit untersucht.
Geplante PartnerInnen: Sigmund Freud Universität Wien, Polytechnische Schule des 20. Wiener Gemeindebezirks, W@lz (Angewandtes Wiener Lernzentrum).
Projektleitung: Dr.in Gabriele Sorgo
Wissenschaftliche Leitung: Mag. Nora Ruck
Künstlerische Leitung: Frauke Steiner
Zusammenfassung
Second Beauty - Schönheitsbilder und Schönheitspraktiken von Jugendlichen nimmt die zunehmende Bedeutung körperlicher Schönheit in gegenwärtigen konsumorientierten Gesellschaften als Heraus-forderung für die Praxisforschung und setzt sich zwei Forschungsziele: (1) Prozesse der Verkörperung sozialer/kultureller Normen im Allgemeinen, sowie im Speziellen Prozesse der Inkorporierung von Schönheitsidealen zu erforschen und (2) innovative methodische Wege für die Erforschung von leiblicher Handlungspraxis zu erschließen.
Foucaultsche, kulturanthropologische und feministische Studien über den Körper haben gezeigt, inwiefern Diskurse und Körperideale die Leiblichkeit prägen. In einer praxeologischen Perspektive gilt der Körper selbst als soziale und performative Praxis. Gegenwärtige Körperstudien wenden sich vermehrt leiblichen Praktiken anstelle des Körpers als Ding oder als Effekt von Diskursen zu. Das Projekt fokussiert daher auf die Verleiblichung sozialer/kultureller Schönheitsideale und -normen sowie deren interkörperlichen Transfer. Die grundlegende Forschungsfrage ist, ob und wie Normen nach der Generierung von entsprechenden Praktiken zur Normerfüllung auf individuelle Körper zugreifen, und wie implizites Wissen mobilisiert wird, um den eigenen Körper gemäß dem angestrebten Status und der erwünschten Geschlechterrolle zu gestalten. Kulturanthropologische Forschungen betonen, dass in der Adoleszenz wichtige soziale und kulturelle Praktiken körperlich eingeübt werden. Daher erforscht das Projekt Schönheitshandeln unter Jugendlichen.
Da herkömmliche wissenschaftliche Methoden selbst kaum auf der Ebene leiblicher Praktiken ansetzen, wird das Forschungsteam ein innovatives methodisches Design mit einer Kombination aus qualitativen sozialwissenschaftlichen und Methoden aus der Theaterpraxis entwickeln. Beide Methoden stellen Performativität und Partizipation zentral.
Über 28 Monate hinweg wird das Team aus Sozialwissenschafterinnen und Theaterpraktikerinnen in drei großen Phasen das Schönheitshandeln von Jugendlichen untersuchen. (1) In der ersten Phase gilt es, einen gemeinsamen Arbeitsmodus zu etablieren, der das jeweilige Hintergrundwissen, die Arbeitstechniken und Zugänge der Projektmitglieder integriert. (2) Es folgt über die Laufzeit eines Schuljahres die Phase der Laborarbeit in drei Schulen. Diese Laborarbeit beinhaltet aus der Theaterarbeit entlehnte kontinuierliche Trainings mit den SchülerInnen. Anhand qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden werden die durch die Trainings stimulierten Interaktionen wie auch alle Manifestationen von Körper- und Schönheitsheitshandeln der SchülerInnen analysiert. (3) In der letzten Phase nehmen alle Teammitglieder an Interpretationszirkeln des erhobenen Materials teil. Mit Hilfe wissenschaftlicher Publikationen, einem Symposium und einer Performancearbeit der SchülerInnen werden die Ergebnisse veröffentlicht. Der gesamte Arbeitsprozess wird mittels einer DVD dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht.